10 wichtige Punkte nach einem Unfall

Sofern Sie unverschuldet mit Ihrem Fahrzeug in einen Verkehrsunfall verwickelt wurden, sollten Sie im eigenen Interesse unbedingt folgende Punkte beachten:

1. Werkstatt des Vertrauens
Sie haben das Recht, Ihr Fahrzeug in einer von Ihnen ausgewählten Werkstatt Ihres
Vertrauens reparieren zu lassen. Sie sind nicht verpflichtet, eine so genannte Vertrauensoder
Partnerwerkstatt des Versicherers aufzusuchen.

2. Kfz-Sachverständiger des Vertrauens
Dem Geschädigten steht es grundsätzlich frei, einen Sachverständigen seiner Wahl zur
Beweissicherung und Feststellung von Schadenumfang und Schadenhöhe zu beauftragen.
Das gilt selbst dann, wenn die Versicherung ohne Zustimmung des Geschädigten bereits
einen Sachverständigen bestellt hat oder schickt (qualifizierte Sachverständige finden Sie
z.B. unter www.bvsk.de). Die Kosten für das Sachverständigengutachten sind grundsätzlich
erstattungspflichtig. Sofern jedoch nur ein so genannter Bagatellschaden vorliegt
(Schadenhöhe liegt nicht höher als 750,00 €) dürfte als Schadensnachweis zumeist der
Kostenvoranschlag einer Fachwerkstatt ausreichen.

3. Rechtsanwalt
Zur Durchsetzung seiner Ansprüche kann der Geschädigte einen Rechtsanwalt seines
Vertrauens beauftragen – die Kosten hierfür hat die Versicherung des Schädigers
grundsätzlich zu tragen. (Verkehrsrechtsanwälte finden Sie z.B. unter www.bvsk.de)

4. Unabhängige Beweissicherung/Mietwagen/Nutzungsausfall
Die vollständige Beweissicherung über Schadenumfang und Schadenhöhe gewährleistet,
dass dem Geschädigten die ihm zustehenden Schadenersatzansprüche in vollem Umfang
erstattet werden. Die Beweissicherung über die Schadenhöhe gewährleistet auch, dass der
Unfallschaden vollständig erkannt und ggf. beseitigt werden kann. Die Beweissicherung über
Schadenart und Umfang wird in vielen Fällen auch dann benötigt, wenn es später Streit über
den Schadenhergang oder Ärger über die Reparaturdurchführung gibt.
Mit Hilfe des Gutachtens kann die unfallbedingte Ausfallzeit des Fahrzeuges festgestellt
werden, so dass Ersatzansprüche bezüglich Mietwagen oder Nutzungsausfallentschädigung
besser belegt werden können.

5. Umfang des Schadens
Beim Verkauf eines instand gesetzten Fahrzeuges ist die Tatsache eines Unfalles im
Regelfall offenbarungspflichtig. Durch das Schadengutachten nebst Lichtbildern kann einem
eventuellen Kaufinteressenten der genaue Schadenumfang belegt werden.

6. Merkantile Wertminderung
Die Höhe eines eventuellen Wertminderungsanspruches kann in der Regel erst durch ein
Gutachten belegt werden. Ohne unabhängigen Kfz-Sachverständigen verzichten Autofahrer
häufig auf Wertminderung bis zu mehreren tausend EURO.

7. Abrechnung auf Gutachtenbasis
Dem Geschädigten steht es grundsätzlich frei, sich die Reparaturkosten vom Unfallgegner
auf der Basis eines von ihm vorgelegten Schadengutachtens erstatten zu lassen (fiktive
Abrechnung). In diesen Fällen wird die Mehrwertsteuer nicht erstattet. Im Totalschadenfall
kann auf Grundlage des Gutachtens die Höhe der Mehrwertsteuer ermittelt werden (z. B. bei
differenzbesteuerten Gebrauchtfahrzeugen).
Liegen die Reparaturkosten jedoch höher als die Differenz zwischen
Wiederbeschaffungswert und Restwert muss der Versicherer nur den geringeren Betrag
zahlen, falls tatsächlich nicht repariert wird. Ein Gutachten sollte daher in jedem Fall
beauftragt werden.

8. Mietwagen
Ist Ihr Fahrzeug unfallbedingt nicht fahrbereit, sind Sie aber auf ein Fahrzeug angewiesen,
so haben Sie für die Dauer der Reparatur bzw. Beschaffung eines neuen Fahrzeugs, wie sie
sich ggf. aus dem Sachverständigengutachten ergibt, Anspruch auf ein gleichwertiges
Mietfahrzeug. Wenden Sie sich insoweit an die örtlichen Autovermieter.
Benötigen Sie keinen Mietwagen und Ihr Fahrzeug steht Ihnen unfallbedingt nicht zur
Verfügung, können Sie statt des Mietwagens Nutzungsausfallentschädigung verlangen. Die
Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Fahrzeugtyp. Die Eingruppierung des Fahrzeuges,
nach der sich die Höhe des Nutzungsausfalles richtet, kann durch einen Kfz-
Sachverständigen vorgenommen werden.

9. Achtung Schadenmanagement
Halten Sie die Abwicklung des Unfallschadens stets in Ihren Händen, auch wenn Ihnen
insbesondere von der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners die gesamte Abwicklung
des Schadens angeboten wird. Lassen Sie es nicht zu, dass ein unabhängiger Kfz-
Sachverständiger durch sogenanntes Schadenmanagement ausgeschaltet wird.

10. Schutz des Versicherers des Unfallverursachers
Der unabhängige Kfz-Sachverständige trägt dazu bei, dass auch die gegnerische
Versicherung vor unzutreffenden Schadenersatzleistungen bewahrt wird. Dies dient allen
Versicherungsnehmern, die mit ihren Prämien letztlich die Schadenbehebung finanzieren.

Quelle: www.bvsk.de

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